Dienstag, 31. Januar 2023
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Jahresrückblick der Ortsfeuerwehr Garbsen

Am vergangenen Samstag (07.01.) trafen sich die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Garbsen nach 2 Jahren Coronapause zur Jahreshauptversammlung in der Feuerwache 1 in Altgarbsen.
Neben Jahresberichten der aktiven Abteilung und der Jugend- / Kinderfeuerwehr standen Ehrungen & Beförderungen im Mittelpunkt.

Als Gäste konnten Bürgermeister Claudio Provenzano, Ortsbürgermeisterin Silke Häusler, Leiterin Fachbereich Recht&Ordnung Sabine Langhein, Landesbranddirektor Dieter Rohrberg, Leiterin Polizeiinspektion Garbsen Ilka Krey, Pressesprecher Polizeidirektion Hannover Michael Bertram, der stellvertretende Regionsabschnittsleiter Martin Höflich, Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker und seine Stellvertreter Nils Wellmanns und Rouven Schmitt, Ehrenmitglied Ernst-August Schaper, Ehrenortsbrandmeister Rüdiger Kauroff sowie Abordnungen der Feuerwehren aus Markoldendorf und Seelze und vom DRK Garbsen begrüßt werden.

Die Vorfälle der Silvesternacht, als Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr bei einem Einsatz gezielt mit Feuerwerk angegriffen und 5 Mitglieder leicht verletzt wurden, standen bei den Grußworten der Gäste im Mittelpunkt und wurden aufs schärfste verurteilt. Die Aufarbeitung der Vorgänge gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Verwaltung läuft und Ermittlungen gegen Tatverdächtige sind eingeleitet.

Ortsbrandmeister Thomas Cremer zog in seinem Bericht Bilanz für das abgelaufene Jahr 2022.

Es waren 292 (Vorjahr: 278) Einsätze abzuarbeiten, wofür über 3.500 Stunden anfielen.
Ein Wochenende im Februar erforderte knapp 50 Einsätze innerhalb von 72 Stunden anläßlich eines Sturmtiefs.
Insgesamt waren 69 (67) Brände zu verzeichnen sowie 134 (122) Hilfeleistungen erforderlich, 48 (50) mal war die Hilfe in anderen Ortsteilen und Nachbarstädten erforderlich.

Von Großbränden blieb die Ortsfeuerwehr Garbsen verschont.

Einsatzstatistik 2022   Einsatzstatistik 2022 2

Die Ortsfeuerwehr konnte ab Ende April wieder Ausbildung in Präsenz durchführen und auch die beliebten Veranstaltungen zum 1.Mai in Havelse sowie das traditionelle Kartoffelfest im Herbst konnten wieder durchgeführt werden. Ausbildungen und Lehrgänge auf Orts-, Stadt- und Regionsebene wurden erfolgreich absolviert.

So wurden seitens der Stadtfeuerwehr die Heißbrandausbildung in einer Brandübungsanlage, sowie die Themen taktische Ventilation und Hohlstrahlrohrtraining zur Weiterbildung in der Brandbekämpfung durchgeführt.

Die technische Ausstattung der Ortsfeuerwehr Garbsen hat sich im abgelaufenen Jahr erneut verbessert, es konnte ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF20) in Dienst gestellt werden.

Die Neubeschaffung für die Drehleiter und zwei weitere Löschfahrzeuge wurde in die Wege geleitet. Die Planung für ein Logistikfahrzeug wurden begonnen.

Auch die Planungen für den Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für beide Löschzüge laufen ebenfalls weiter, in 2023 stehen die Bauleitplanung und weitere Abstimmungen an.

Die Ortsfeuerwehr hat derzeit 95 (100) aktive Mitglieder, 16 (16) Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung sowie 269 (261) Mitglieder in der fördernden Abteilung bzw. im Förderverein. Die Mitgliederzahlen konnten konstant gehalten werden.

Die Jugendfeuerwehr hat derzeit 19 Mitglieder, die Kinderfeuerwehr 30.

Personal 2022

Auch hier konnten die Aktivitäten im Frühjahr wieder in Präsenz gestartet werden, vorher fanden Onlinedienste statt.
Jugendfeuerwehrwart Maximilian Jansen berichtete von den Höhepunkten im abgelaufenen Jahr, wie der Teilnahme an Stadtwettkämpfen & Zeltlager, sowie vom 24-Stunden Erlebnistag.
In der Kinderfeuerwehr unter der Leitung von Sonja Cremer waren ebenfalls das Zeltlager im Sommer und die Kinderflämmchen-Abnahme Höhepunkte. Die Kinderfeuerwehr besteht mittlerweile seit 5 Jahren und erfreut sich weiterhin hohem Zuspruch.

Beim Punkt Wahlen wurden fand die Wiederwahl für folgende Positionen statt:
- Kassenwartin: Nathalie Schulze
- Schriftwart: Hagen Frankenstein
- Gerätewarte: Jörg Stelter, Dennis Becker

Beim nächsten Tagesordnungspunkt wurden folgende Ehrungen durchgeführt:
- für 40-jährige aktive Mitgliedschaft: Andreas Berger, Stefan Müller
- für 60-jährige Mitgliedschaft: Lothar Biester

Ehrungen01  Ehrungen02

Ein Dankeschön für ihre Verdienste erhielten:
Marvin Ochmann, als ausscheidender Zugführer der Feuerwache 1.
Kai Haselhorst, für die technische Unterstützung bei der Durchführung der Online-Dienste
Klaus Marquardt, für langjährige Führungstätigkeit anlässlich der Verabschiedung in die Altersabteilung.

Ein Geburtstagsgeschenk erhielten:

Gerhard Röhrbein nachträglich zum 80. Geburtstag und Ernst-August Schaper zum Geburtstag am Tag der Versammlung.

Folgende nächsthöhere Dienstgrade erhielten:
- Feuerwehrfrau /-mann: Sören Gigga, Fabian Lamert, Manuel Oeffner, Tom Thomas
- Oberfeuerwehrfrau /-mann: Ramona Gloger, Celine Riefenstahl, Pascal Cremer, Pascal Nemeth
- Hauptfeuerwehrfrau: Chantal Riefenstahl,
- Erster Hauptfeuerwehrmann: Dennis Becker
- Löschmeister: Maximilian Jansen
- Oberbrandmeister: Michael Rinke

Beförderungen01  Beförderungen02

Mit einem Ausblick auf weitere aktuelle Themen und anstehende Termine endete die Versammlung.

 

Freiwillige Feuerwehr Garbsen erfährt nach Angriffen in der Silvesternacht große Solidarität

Garbsen. Thomas Cremer ist ein Freund klarer Ansagen. Der Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Garbsen trägt unter anderem die Verantwortung für 95 Aktive. Seine Teams sind in der Silvesternacht am Sperberhorst im Stadtteil Auf der Horst massiv angegriffen worden. Cremer hätte die erste Versammlung seiner Ortsfeuerwehr am Sonnabend nutzen können, um seinen ganzen Frust, den Ärger, die Enttäuschung und seine Wut im Namen seiner Frauen und Männer loszuwerden. Das hat er jedoch nicht getan. Und das hatte seinen guten Grund: Denn niemand kennt wirklich das Warum. Und niemand weiß, wer die Angriffe angezettelt hat.

Die Führungsspitze der größten Feuerwehr Garbsens hatte für die Jahresversammlung genau geplant, wie sie mit dem Thema Übergriffe umgeht. Statt Alarm zu schlagen, was jeder verstanden hätte, hat sie um Solidarität mit den Ehrenamtlichen gebeten, um Sachlichkeit und um Informationen. Das Paket wurde geliefert. Landesbranddirektor Dieter Rohrberg, Polizeidirektorin Ilka Kreye als Chefin der Polizeiinspektion Garbsen, Martin Höflich vom Regionsfeuerwehrverband und Bürgermeister Claudio Provenzano (SPD) nahmen die Ehrenamtlichen in ihre Mitte. Wären Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Regionspräsident Steffen Krach (SPD) nicht verhindert gewesen, wären sie gekommen. Allein die Anwesenheit dieser Gäste war ein deutliches Zeichen der Solidarität.

Bundesweite Schlagzeilen

20 bis 30 Jugendliche und junge Männer hatten die Polizei und die Feuerwehr bei Einsätzen angegriffen, mit Böllern beworfen und gezielt Raketen abgefeuert. „Unser erster Einsatzwagen stand von allen Seiten unter Beschuss“, hatte Cremer berichtet. Fünf Feuerwehrleute wurden verletzt. Über verletzte Polizeibeamte ist nichts bekannt. Die Übergriffe hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Es war das erste Mal, dass sich ehrenamtliche Feuerwehrleute in Garbsen solchen Angriffen stellen mussten. „Einem kleinen Teil der Bevölkerung scheint nicht bewusst zu sein, wie lebenswichtig ihre freiwillige Leistung für die Menschen hier ist“, sagte Polizeichefin Ilka Kreye. „Wir als Polizei wissen, was sie leisten. Und wir sind dankbar, dass sie an unserer Seite stehen.“

Kreyes Ermittler werden für die Strafverfolgung Unterstützung erhalten, falls nötig. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD), oberster Feuerwehr- und Polizeichef des Landes, wird nach seinem Urlaub ein Spitzengespräch führen mit Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Kommunen. Es ist nicht schwer vorherzusagen, dass die Polizeiinspektion Garbsen und die Polizeidirektion Hannover die Kapazitäten erhalten, die sie brauchen. Es geht um die Auswertung der sozialen Medien und der Polizeivideos, Ermittlungen im Umfeld des Sperberhorstes, kurz: um das schnelle Sammeln von gerichtsverwertbaren Beweisen. „Es ist ein Puzzle aus vielen Teilen“, sagte Kreye und betonte: „Diese Übergriffe waren im Vorfeld nicht erkennbar.“ Das ist anders als beim Brand der Willehadi-Kirche im Jahr 2013. Damals hatten vorher reihenweise Container gebrannt, einige Akteure waren bereits im Visier der Polizei. Die Übergriffe zu Silvester aber kamen für alle ohne Vorwarnung.

Täter haben Tabu gebrochen

„Diese Angriffe sind durch nichts zu entschuldigen, sie dürfen in Garbsen nie wieder passieren“, sagte Provenzano. Die Verwaltung setze alles daran, die Sicherheit von Einsatzkräften zu gewährleisten. „Und wir sind nicht hilflos. Wir haben einen großen Werkzeugkoffer und werden ihn nutzen“, sagte der Bürgermeister. Er hatte am Freitag ein erstes Gespräch mit Führungskräften von Polizei und Feuerwehr geführt. Weitere Gespräche sind terminiert. Alle Beteiligten bemühen sich um eine möglichst
klare Analyse der Ereignisse, bevor sie konkrete Entscheidungen darüber treffen, wie Ehrenamtliche bei ihrer Arbeit geschützt werden können. „Denn das System Ehrenamt
hat durch diese Vorfälle einen Riss bekommen“, sagte Landesbranddirektor Rohrberg und meinte: Mit dem Angriff auf freiwillig helfende Hände haben Täter ein Tabu gebrochen.

Die guten Nachrichten des Abends sind – neben den Solidaritätsadressen – zwei: Die fünf Verletzten werden medizinisch und psychologisch professionell betreut. Alle Institutionen haben Unterstützung zugesichert. Medizinisch geht es um leichte Verletzungen wie Gehörschäden. Seelisch geht es um die Verletzung des ehrenamtlichen Selbstverständnisses. Helfen, bergen, löschen, retten – mehr wollen Feuerwehrleute nicht. Das haben sie 2022 in 292 Fällen und 3541 Einsatzstunden getan.

Viele Zeichen der Solidarität

Die zweite gute Nachricht: Die Ortsfeuerwehr Garbsen hätte sich für die Zeit der Dienstversammlung bei der Leitstelle von der Bereitschaft abmelden können. „Wir haben die Aktiven gefragt, wer an diesem Abend trotzdem Einsätze fahren würde“, sagte Cremer. „Sie haben sich so zahlreich gemeldet, dass wir nicht nur ein oder zwei Fahrzeuge, sondern einen ganzen Löschzug hätten besetzen können. Wir haben uns nicht abgemeldet.“ Heißt: Die überwiegende Mehrheit der Aktiven steht der Bevölkerung im Notfall ungebrochen zur Seite, gerade und besonders den Menschen im Stadtteil Auf der Horst. Die Feuerwehr hat von dort nach der Silvesternacht viele Zeichen der Solidarität erhalten und weiß, dass die Täter nicht Stellvertreter sind für die Horst und deren Bewohner.

Quelle: HAZ

Tags: Feuerwehr, Garbsen,

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